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CODESYS Application Composer

Der CODESYS Application Composer ist ein Engineering‑Werkzeug zur effizienten Erstellung von Steuerungsapplikationen. Er unterstützt einen modularen Ansatz und eignet sich besonders für Applikationen, die aus wiederkehrenden Modulen aufgebaut sind.

Der CODESYS Application Composer stellt ein Vorlagenprojekt zur Verfügung, das im Dialog Neues Projekt ausgewählt werden kann. Diese Vorlage erstellt ein Projekt mit einem Gerät, einer Applikation und einem Bibliotheksmanager in POU-Pool. Dieser Bibliotheksmanager enthält die Bibliotheken AC_ModuleBase und AC_Persistence. Die auf dem Projekt ComposerProject.project basierende Vorlage kann bei Bedarf modifiziert werden. Sie ist im „Templates“-Unterordner des CODESYS-Installationsverzeichnisses gespeichert.

Persistence Manager: Zusätzlich enthält der CODESYS Application Composer den Persistence Manager. Dieser kann auch ohne Composer-Lizenz genutzt werden. In diesem Fall steht die Option zur Generierung einer vollständigen Steuerungsapplikation nicht zur Verfügung.

Anwendungsphasen des CODESYS Application Composer

Phase 1: Entwickeln von Modulen

Zielgruppe: Softwareentwickler

Es sind Kenntnisse der Softwareentwicklung erforderlich.

Ziel: Bereitstellung wiederverwendbarer Module für den späteren Einsatz im CODESYS Application Composer als Grundlage für Applikationen.

In dieser Phase 1 wird die Funktionalität in logisch abgegrenzte, modulare Einheiten zerlegt. Die Module werden in anwendungsspezifischen Bibliotheken organisiert und zentral bereitgestellt.

Jedes Modul beschreibt eine funktionale Einheit auf High‑Level‑Ebene und definiert:

  • Parameter

  • Ein- und Ausgänge (I/Os)

  • Visualisierungen

  • Alarme

  • Geräte

  • Funktionale Beziehungen zu anderen Modulen

. Tools zur Moduldefinition

Phase 2: Erstellen von Applikationen

Zielgruppe: Applikationsentwickler und Inbetriebnehmer

Es sind keine Kenntnisse der Softwareentwicklung erforderlich.

Ziel: Zusammenstellung einer konkreten Applikation durch Konfiguration.

In Phase 2 wird die Applikation durch Auswahl und Kombination der in Phase 1 vorbereiteten Module aus dem Modulbaum erstellt. Die Modulparameter werden eingestellt und Maschinenabläufe über Ablaufmodule definiert. Optional kann applikationsspezifischer Code in Form von Erweiterungsmodulen ergänzt werden. Dieser wird beim erneuten Generatorlauf berücksichtigt.

Aus der konfigurierten Struktur wird per Menübefehl ein vollständiger IEC‑61131‑3‑Quellcode und weitere spezielle Objekte (Visualisierung, E/A-Geräte, Alarmkonfiguration) generiert. Der generierte Code ist transparent und bei Bedarf editierbar.

. Tools
  • Modulbaum: Umgebung, in der Applikationen mit Hilfe von den aus Phase 1 vorgefertigten Modulen erzeugt und/oder bearbeitet werden. Um einen Persistence Manager zu erhalten, muss im Modulbaum das Toplevel-Modul Persistence Manager eingefügt werden.

  • Moduleditor: Werkzeug zur Konfektionierung der Softwaremodule, die zuvor mit dem Moduldeklarationseditor entwickelt wurden. Hier werden auch die Eigenschaften der Persistenzkanäle und Datenspeicher des Persistence Managers (Persistence Manager) konfiguriert.

Phase 3: Übersetzten und Inbetriebnahme der Applikation

Zielgruppe: Inbetriebnehmer

Ziel: Bereitstellung einer lauffähigen Applikation auf der Zielsteuerung.

Der generierte Quellcode wird übersetzt, auf die Steuerung geladen und gestartet. Für Test, Prüfung und Optimierung stehen die Diagnose‑ und Debugging‑Werkzeuge der CODESYS‑Umgebung zur Verfügung.

Die Applikation ist erfolgreich übersetzt, auf der Steuerung installiert und betriebsbereit. Die Maschine kann nun im vorgesehenen Betriebszustand getestet und betrieben werden.

Aus dem in Phase 2 instantiierte Toplevelmodel des Persistence Manager wird in dieser Phase ein PersistenceConfig Objekt ins Projekt generiert. In diesem Objekt kann dann nichts mehr geändert werden.

Sie können das Add-on CODESYS Application Composer im CODESYS Installer installieren und aktualisieren.