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Betriebsarten: Standalone, Multiuser und CLI

Standalone-Betrieb (Desktop-Applikation)

Das Backend wird beim Start der Sitzung als lokaler Prozess gestartet und beim Beenden wieder beendet. Es läuft mit den Rechten des Betriebssystem-Benutzers, der es gestartet hat; eine zusätzliche Anmeldung in CODESYS 4 entfällt. Die Bedienoberfläche erscheint unter Windows in einem eigenen Anwendungsfenster über den Eintrag im Startmenü. Alternativ starten Sie die Sitzung sowohl bei Windows als auch bei Linux mit dem Kommando c4-cli standalone-session. Eine Beschreibung des Kommandos finden Sie bei c4-cli standalone-session.

Voraussetzungen

Windows

Linux

Windows x64

Debian Linux (x64 und ARM64)

Derzeit wird offiziell ausschließlich Debian unterstützt.

Die Laufzeitsysteme .NET Desktop Runtime und ASP.NET Core Runtime in der neuesten Minor-Version des 8.0-Zweigs

Debian Linux (x64): Das Paket aspnetcore-runtime-8.0 auf dem aktuellsten Patchlevel;

Laufzeitsystem für Debian Linux (ARM64), siehe Scripted Install

WebView2 Runtime wird für die Anzeige im eigenen Anwendungsfenster benötigt und ist in Windows 11 standardmäßig vorhanden.

Eine aktive grafische Oberfläche für den Start der Oberfläche im Browser

Für beide Betriebssysteme gilt: Ein CODESYS-Gateway und ein CODESYS-Laufzeitsystem sind nicht im Setup und nicht im Debian-Paket enthalten und werden separat aus dem CODESYS Store installiert. Voraussetzung ist ein Laufzeitsystem ab CODESYS V3.5 SP 16 (keine Compact Runtimes). Gateway und Steuerung müssen vom Arbeitsplatzrechner aus erreichbar sein.

. Einschränkungen
  • Ein Anwender und ein Port je Sitzung. Ein Workspace kann nicht von mehreren Anwendern gemeinsam in derselben Sitzung bearbeitet werden.

  • Der Standalone-Betrieb ist auf den Zugriff über localhost beschränkt.

  • Nutzbar sind ausschließlich Gateways, die vom Arbeitsplatzrechner aus erreichbar sind. Zudem muss die Steuerung vom Gateway aus erreichbar sein.

  • Installation, Extensions sowie Bibliotheks- und Geräterepositorys werden auf jedem Arbeitsplatz getrennt gepflegt. Zusätzlich gibt es Remote-Repositorys (standardmäßig für Bibliotheken), die über den CODESYS Deployment Server bereitgestellt werden.

  • Unter Linux wird offiziell nur Debian unterstützt. Der Betrieb in Emulatoren wie QEMU – auch implizit über Docker Multi-Platform – wird derzeit von .NET nicht unterstützt.

Multiuser-Betrieb (Betrieb als Webserver)

Das Backend läuft als dauerhafter Dienst auf einem Linux-Server, der über systemd oder in einem selbst erstellten Docker-Image betrieben wird. Anwender greifen mit ihrem Browser über das Netzwerk zu und melden sich mit ihrem Benutzerkonto des Servers an; jeder erhält eine eigene, von den anderen isolierte Sitzung. Auf dem Endgerät wird nichts installiert, sodass neben Windows- und Linux-Rechnern auch zum Beispiel macOS als Arbeitsplatz möglich ist. Die Projekte liegen zentral im Dateisystem des Servers, üblicherweise im Home-Verzeichnis des jeweiligen Benutzers.

. Voraussetzungen
  • Server: Debian Linux (x64 und ARM64). Windows wird als Server-Betriebssystem nicht unterstützt. Das Paket aspnetcore-runtime-8.0 im aktuellsten Patchlevel und das CODESYS 4-Debian-Paket sind erforderlich. Der Dienst läuft unter einem dedizierten Systembenutzer. Aus Sicherheitsgründen verweigert c4-server den Start als root.

  • Benutzerkonten: Jeder Anwender benötigt auf dem Betriebssystem des Servers ein Konto. Das Konto kann sich per Passwort authentifizieren und ist Mitglied der Gruppe codesys-4 oder einer Gruppe, die beim Start über die Option --login-groups angegeben wurde. Im Docker-Container müssen die Konten innerhalb des Containers bereitgestellt werden, beispielsweise über PAM, und die Home-Verzeichnisse als persistente Volumes gemountet sein. Für weitere Informationen siehe Vorbereitung: Anlegen der Benutzer-Accounts.

  • Verschlüsselung: Ein vorgeschalteter Reverse-Proxy (beispielsweise nginx), der die TLS-Verschlüsselung übernimmt und WebSocket-Verbindungen weiterleitet, sowie ein gültiges oder in Ihrer Organisation als vertrauenswürdig eingestuftes TLS-Zertifikat. Für weitere Informationen siehe Vorschalten eines TLS-Reverse-Proxys.

  • Steuerungen: Ein CODESYS-Gateway und ein CODESYS-Laufzeitsystem aus dem CODESYS Store, mit folgenden Voraussetzungen: Das Gateway muss vom Server aus erreichbar sein, das Laufzeitsystem muss vom Gateway aus erreichbar sein. Alternativ stellen Sie ein lokales Gateway direkt auf dem Server bereit.

  • Kenntnisse: Administration von Linux-Systemen, Benutzerverwaltung (PAM, LDAP, IPA, etc.), Paketverwaltung unter Debian, Verwaltung von TLS-Zertifikaten sowie gegebenenfalls Docker und nginx.

. Einschränkungen
  • CODESYS 4 implementiert selbst noch keine TLS-Verschlüsselung. Ohne vorgeschalteten Reverse-Proxy funktioniert die Bedienoberfläche beim Zugriff über das Netzwerk nicht, da sie Browser-APIs verwendet, die nur in einem sicheren Kontext verfügbar sind.

  • Die Anmeldung stützt sich auf die Benutzerverwaltung des Server-Betriebssystems. CODESYS 4 pflegt keine eigenen Benutzerkonten, Rollen oder Berechtigungen. Über den Pfad /version.json sind die Versionsinformationen der Instanz auch ohne Anmeldung abrufbar.

  • CODESYS 4 wird derzeit nicht als Docker-Image verteilt. Für den Betrieb im Container erstellen Sie ein eigenes Image. Für die grundlegende Bedienung von Docker kann kein Support gegeben werden. Ein Beispiel für eine Docker-Datei finden Sie unter Beispiel Dockerfile. Es handelt sich hierbei nur um eine Beispieldatei, die an Ihre konkreten Anforderungen angepasst werden muss.

  • Offiziell unterstützt wird ausschließlich Debian. Der Betrieb in Emulatoren wie QEMU – auch implizit über Docker Multi-Platform – wird derzeit von .NET nicht unterstützt.

Betriebsart c4-cli

Diese Betriebsart steht auf allen Plattformen zur Verfügung, sowohl lokal über ein Terminal als auch remote auf dem Server (zum Beispiel via SSH) oder in Scripten (zum Beispiel in CI/CD-Umgebungen, zeitgesteuerten Jobs, etc).